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13.07.2011

Neues Angebot für Landärzte der Universität in Halle


Dass auf dem Land Ärztenachwuchs fehlt, ist ein seit langem bekanntes Problem: Junge Ärzte schätzen die Vorteile, die eine Tätigkeit in der Stadt ihnen bietet. In ländlichen Gegenden dagegen werden auf Grund des Nachwuchsmangels immer mehr Praxen geschlossen. Besonders Hausärzte haben es schwer, geeignete Nachfolger für ihre Praxen zu finden. Die Universität in Halle will nun Abhilfe schaffen und Medizinstudenten die Arbeit als Landarzt schmackhafter machen. Ab Oktober soll es für jährlich 20 Studienanfänger zusätzlich zum Studium eine «Klasse Allgemeinmedizin» geben. So sollen über fünf Jahre hinweg insgesamt 100 Studenten für eine spätere Niederlassung in Sachsen-Anhalt geworben werden.

Die Idee ist einfach: Wie in einer Schulklasse soll eine feste Gruppe von Medizinstudenten über das gesamte Studium hinweg bestehen bleiben. Das Besondere: Jeder Student aus dieser Gruppe wird pro Semester zwei Tage in einer Landarztpraxis verbringen, um so den Alltag dort kennenzulernen. Auf diese Weise werden zusätzlich Praktiker in die Ausbildung einbezogen. Um jedoch das neue Angebot der Universität in Halle wahrnehmen zu können, müssen die angehenden Mediziner zunächst den Sprung an die Universität schaffen. Und das wird für Bewerber derzeit so schwer, wie kaum jemals zuvor. Denn die ersten doppelten Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehpflicht sorgen dafür, dass der Bewerber-Ansturm an den Universitäten sprunghaft angestiegen ist. Das gilt besonders für zulassungsbeschränkte Fächer wie Medizin, die zentral über die „Stiftung für Hochschulzulassung“ (hochschulstart.de) vergeben werden.

Wer sich hier gegenüber der Konkurrenz durchsetzen möchte, muss hohe Zulassungsvoraussetzungen erfüllen: Der geforderte Numerus Clausus für Medizin lag im vergangenen Semester bundesweit zwischen 1,0 und 1,3. Zusätzliche Qualifikationen, wie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem medizinischen Beruf heben die Abiturdurchschnittsnote um höchstens 0,1 an. Wer den Traum vom Medizinstudium nicht aufgeben möchte, obwohl er die Voraussetzungen nicht erfüllt, dem bleibt der alternative Weg einer Studienplatzklage Medizin. In diesem Fall wird - meist von einem Fachanwalt - ein Antrag auf außerkapazitäre Zulassung an der Hochschule gestellt. Im Anschluss wird geprüft, ob die beklagte Hochschule über mehr Kapazitäten verfügt, als sie im Rahmen der festgesetzten Kapazitäten angegeben hat. Die so entstandenen zusätzlichen Studienplätze werden dann unter den Klägern zugeteilt. In den meisten Fällen geschieht das via Losverfahren, da die Zahl der Kläger die der zusätzlichen Studienplätze übersteigt.

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