Studienplatzklage - Fachhochschulen gewinnen an Attraktivität gegenüber Universitäten
Für jeden, der nach dem Abitur studieren möchte, stellt sich früher oder später die Frage: „Wo möchte ich mein Studium beginnen? An einer Universität oder an einer Fachhochschule?“ Während mit dem Fachhochschulstudium bei den meisten die Vorstellung einer eher praxisorientierten Ausbildung einhergeht, steht an der Universität das wissenschaftliche Forschen im Vordergrund. Zwar ist diese strikte Trennung seit der Bologna-Reform aufgeweicht worden, jedoch setzen immer noch viele angehende Studierende bei der Wahl ihrer Ausbildungsstätte auf den „Praxis-Vorteil“ einer Fachhochschule, wie dieZahlen der Einschreibungen an Hochschulen in NRW für das Wintersemester 2011/12 beweisen.
In Nordrhein-Westfalen erleben die Fachhochschulen aktuell einen bisher nicht gekannten Boom. Im Ruhrgebiet - an den Fachhochschulen in Dortmund, Südwestfalen und Gelsenkirchen - schrieben sich teilweise 50 Prozent mehr Studierende ein, als noch im Vorjahr. Experten sprechen davon, dass die Fachhochschulen in Ihrem knapp 40-jährigen Bestehen immer mehr zu einer direkten Konkurrenz für die staatlichen Universitäten geworden sind. Zudem sind sich die Experten einig, dass der Grund dafür vor allem das praktische Arbeiten mit den Studierenden ist. Fachhochschulen bereiten die Studierenden besser auf die Berufswelt vor. Christian Berthold vom Centrum für Hochschulentwicklung ergänzt: „Sie (...) haben die Umstellung auf Bachelor und Master besser geschafft, haben Studienangebote für Berufstätige (...).“
In den letzten Jahren wurden Fachhochschulen überdies mehr Gelder zur Verfügung gestellt, so dass neue Studiengänge entstehen konnten, die weitere Studierende an die Fachhochschulen lockten. Selbstverständlich darf man dabei nicht verschweigen, dass die Aussetzung der Wehrpflicht, doppelte Abiturjahrgänge und die Abschaffung der Studiengebühren ihren Teil zu den positiven Zahlen beigetragen haben. Dennoch ist der Aufwind der Fachhochschulen gegenüber Universitäten deutlich spürbar und nicht nur auf die aktuellen Entwicklungen aus der Politik zurückzuführen.
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